Inzwischen ist es Sommer geworden – gefühlt und meteorologisch.

Der Ausbruch der Pandemie im Frühjahr hatte mich, wie viele Andere, zunächst wochenlang gelähmt. Ich habe zwar gearbeitet, konnte mich aber nur schwer konzentrieren und kaum vertiefen.

Der Virus hat so viele Menschen auf dem Globus in große Not gestürzt. Ich und meine Familie hatten Glück, wofür ich dankbar bin. In meinem Umfeld gab es keine schwer Erkrankten. Die Art Karlsruhe konnte noch stattfinden und bescherte uns ein ordentliches Polster. Inzwischen ist auch die Ausstellung in Luxemburg erfolgreich angelaufen.

Ich fühle mit Allen, deren Existenz durch den Corona-Virus bedroht ist. Und ich hoffe fest, dass nun die dringend notwendigen politischen Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden, um die Probleme, die  durch die langjährige verfehlte Politik entstanden sind, zu korrigieren.

 

Im Atelier bin ich zwischenzeitlich wieder ganz angekommen. Ich experimentiere zu meiner Walden-Reihe und erfinde neue Fadenfrauen. Dabei folge ich dem Impuls, den ich schon länger verspüre, weniger atmosphärisch zu arbeiten ohne an Tiefe und Dichte im Ausdruck zu verlieren. Ich bin dabei meinen eigenen Weg in diese Richtung zu finden.

Es gibt Künstler, die sich sehr lange mental auf ihr Bild konzentrieren, um es dann in einem Wurf zu verwirklichen. Ich denke hier zum Beispiel an K.R.H. Sonderborg, der nach langer Sammlung in einem minutiösen Akt malerisch bzw. zeichnerisch aktiv wurde. Bei mir ist es umgekehrt. Ich lege gleich sehr aktiv los, trage Wachschichten auf bis der Malgrund gesättigt ist. Dann beginnt praktisch das Verdauen, die Konzentration auf die weitere Entwicklung des Bildes. Diese Phase erlebe ich als die weitaus intensivere.  Weggenommene Flächen haben eine ganz andere Ausstrahlung als nicht gemalte. Es ist die Energie der Auseinandersetzung während des Malprozesses, die auf diese Weise im Bild erfahrbar wird.  

 

Mit dem kleinen Video grüße ich aus dem Atelier.