Ich möchte den Abstand zum Unbekannten verringern und ihn gleichzeitig wahren.
Dabei hilft mir mein Arbeitsmaterial. Wachs lenkt das Licht nach innen, lässt in die Tiefe schauen, ohne sie zu entblößen.
Marlis Albrechts meisterhafte gestalterische Auslotung im Umgang mit dem Material Wachs eröffnet ihr ungeahnte künstlerische Möglichkeiten im Wechselspiel mit dem Drinnen und Draußen des menschlichen Antlitzes, von Oberfläche und Innerem, das zugleich auch ein Spiel mit dem Ambiguen oder aber Ambivalenten ist, gerade wenn es ihr um die deklarierte Darstellung menschlichen Fühlens geht. Marlis Albrecht gelingt dieses Doppelspiel des Paradoxen zwischen Sichtbarmachung des Gedachten und Empfundenen hinter der Fassade des Antlitzes… Sie schafft das mit einem Material, das in sich schon die Ambiguität seiner Aggregatszustände trägt.
– Dr. Irmgard Sedler, ATMOS; Ausstellungskatalog
Museum im Kleihues-Bau
Über eine vom transluziden Wachs heraufbeschworene Lichtstimmung verströmen die Gemälde der Marlis Albrecht einen Hauch von Transzendenz und körperlicher Leichtigkeit, bedienen – mit den Worten der Künstlerin – „eine Sehnsucht nach der Sehnsucht“. Die Idee von der Zeichenhaftigkeit des Waldes, die über dem Stimmungsbild zu stehen hat, und die Marlis Albrecht von ihren Werken einfordert, verleihen ihrer Positionsbetrachtung des Waldmotives das Zeitgemäße.
– Dr. Irmgard Sedler, ATMOS; Ausstellungskatalog
Museum im Kleihues-Bau